Das neue vorzeige-Grafiktablett von Wacom, das Wacom Intuos 4, ist in aller Munde. Doch was kann das graue Brett wirklich? Wir haben das neue Tablett genau unter die Lupe genommen.
Das Intuos 4, das besonders bei Mac-Nutzern sehr beliebt ist, gibt es in den Größen S, M, L und XL, um für jeden die für ihn beste Lösung anbieten zu können. Natürlich sind aber auch die Preise entsprechend unterschiedlich. Je nach Größe variieren sie zwischen 225 und 800 €. Version L gehört somit zu den etwas teureren Grafiktabletts seiner Generation.
Der Umfang des Pakets in Deutschland ist eher klein. Neben dem Grafiktablett an sich, dem Stift mit samt Ersatzspitzen in seiner Basis und Stifthalter gibt es eigentlich nur noch die Treiber-CD sowie ein USB-Kabel. Der erste Eindruck beim Anblick des riesigen Pakets dürfte also trügen.
Das Grafiktablett ist nämlich sehr flach, wirkt aber auf keinen Fall billig, da das schwarze edle Design wirklich überzeugend ist. Die Größe beträgt ca. 47,5 x 32,5 cm, die Arbeitsfläche ca. 33,5 x 21 cm, was zum Arbeiten in der Größe A4 vollkommen ausreichend ist. Diese Zeichenfläche im Verhältnis 16:10 entspricht den üblichen Mac-Monitorformaten. Um die Arbeitsfläche herum befinden sich auf der einen Seite mehrere Funktionstasten und ein OLED-Display, auf der anderen an den Ecken zwei USB-Anschlüsse. Noch dazu wurden bei der Entwicklung des Intuos 4 L Links- sowie Rechtshänder berücksichtigt. Es ist also möglich, Bedienelemente entweder links oder rechts anzuschließen. Entsprechende Anzeigen wie die Schrift oder das OLED-Display sowie die Zuordnung der Funktionen werden dann mittels Systemeinstellung oder bei der Installation ausgerichtet. Ebenfalls neu ist der vierfach belegbare Touch Ring, der frei konfigurierbar ist – ebenso wie die Express Keys. Funktionen wie die Steuerung der Pinselgröße oder das Wechseln zwischen verschiedenen Ebenen können somit beliebig in den Wacom Tablett-Eigenschaften vom Nutzer eingestellt werden. Auch das Ändern der Eigenschaften für den Stift und die Tasten auf dem Tablett ist hier möglich. Auch die bereits erwähnte Arbeitsfläche bietet verschiedene Einstellmöglichkeiten. So kann man beispielsweise zwischen der gesamten Nutzung des Arbeitsbereiches oder einer selbst definierten Arbeitsgröße wie Din A5 wählen.
Bei vielen Grafiktabletts macht sich immer wieder die schlechte „Druckempfindlichkeit“ des Stiftes bemerkbar, die sich darin äußert, dass feine Linien auf dem Bildschirm nicht zu sehen sind, da das Tablett den Stift bei geringem Andruck nicht richtig realisiert. Beim Intuos 4 trifft das allerdings nicht zu, denn auf dem Bildschirm zeigen sich bereits bei den leichtesten Berührungen auf der Zeichenfläche Linien, was vergleichbar mit dem normalen Zeichnen auf Papier ist. Es ist daher möglich, besonders genaue Korrekturen mittels Präzisionsmodus auf dem Bildschirm vorzunehmen. Während dieser Einstellung ist der Zeichenweg verlangsamt, so dass ein exaktes Ausarbeiten der Zeichnung möglich ist. Für Fehler gibt es am Stift sogar noch einen mitgelieferten Radierer sowie einen Zwei-Tasten-Seitenschalter.
Die so genannten „Quick Points“ findet der Nutzer lediglich in der L-Version. Diese Points sorgen dafür, dass man auf dem Grafiktablett rechts oder links unten einen kleinen wählbaren Bereich hat, in dem man schnell an eine gewünschte Stelle auf dem Bildschirm gelangen kann. Diese Funktion klingt zwar gewöhnungsbedürftig, ist letztendlich bei der täglichen Arbeit mit dem Tablett aber nicht mehr wegzudenken.
Zwar kann man für die meisten Bedienelemente des Grafiktabletts eine eigene Funktionsbelegung wählen, jedoch wechselt diese, sobald ein Programm mit anwendungsbezogenen Belegungen geöffnet wird. Als weiteres Extra gibt es auf dem Tablett ein Radialmenü, das in Overlay-Anzeige auf dem Bildschirm erscheint und in dem man zwischen Programmen wechseln kann. Zusätzlich bietet es noch mehr konfigurierbare Anwendungsbefehle an.
Insgesamt kann man beim Wacom Intuos 4 L wenig bemängeln. Zusatzstifte wie einen Airbrush aus älteren Modellen kann man in der neuen Gerätegeneration zwar nicht verwenden und das Softwarebundle ist nicht sehr umfangreich, jedoch ist die Stiftleistung im Gegensatz zu anderen Grafiktabletts unschlagbar. Noch dazu sind sämtliche Tasten frei konfigurierbar und somit auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten. Das Tablett selbst ist kompatibel mit vielen Bildbearbeitungsprogrammen und es ist ohne weiteres möglich, weitere Eingabegeräte neben dem Wacom zu verwenden.
Höchstpunktzahl! Ein besseres Preis-/Leistungsverhältnis wird man kaum wo anders finden. Wie gewohnt ausgezeichnete Qualität des japanischen Grafiktablettherstellers.
Der Preis für das getestete Modell Intuos 4 L (Large) beläuft sich auf knapp 450 Euro.
Bei Amazon kostet das Intuos 4 434,95€ inkl. Versandkosten.





