Wer gerne kreativ tätig werden möchte und zudem Kenntnisse in Photoshop, Photo Impact oder anderen gängigen Grafikprogrammen besitzt, für den ist das Grafiktablett MD 85637 von Medion, das über eine USB-Schnittstelle einfach zu installieren ist, genau das richtige. In der Verpackung befinden sich neben dem gerade einmal ca. 5 mm dünnen Grafiktablett zwei CDs, eine Anleitung in Deutsch und der zum Zeichnen notwendige Stift, für den es zudem zwei Ersatz-Spitzen und einen Stift-Halter gibt und der mit einer handelsüblichen AAA-Batterie betrieben wird. Die Sensorfläche, auf der gezeichnet wird, ist ca. 25,4 x 15,9 cm groß und hat das Format 16:9. Auf dem oberen Teil der nahezu hauchdünnen Fläche befindet sich eine ca. 1 cm dicke Leiste, auf der sich der Herstellername befindet. Um die Sensorfläche herum sieht man 29 Schnellstartfelder, die beliebig programmiert werden können. Die meisten und wichtigsten von ihnen befinden sich über der Sensorfläche, der Rest auf der linken und rechten Seite. Es gibt u.a. ein Scheren-Symbol für die Ausschneide-Funktion, ein Pinsel, aber auch ein Disketten-Symbol zum Speichern.

Insgesamt ist das Grafiktablett in Silber gehalten, so dass es edel, aber dennoch schlicht wirkt. Leider trifft diese Wirkung auf den drahtlosen Stift nicht zu, denn er ist aus reinem Plastik und der Benutzer muss selbst herausfinden, wie er am besten zu halten ist, da es keine Gummierung oder „Fingerführung“ gibt. Dafür gibt es aber einen Kugelschreiber-Clip am Stift, für den es wahrscheinlich aber eher keinen Zweck gibt, da der Stift problemlos in den Stift-Halter gesteckt werden kann. Dieser ist zwar aus reinem Gummi, steht dadurch aber rutschfest auf dem Tisch. Da der Innenbereich dem Stift angepasst ist, liegt dieser stabil und weich im Halter. Auch die Spitze ist geschützt und wird somit nicht belastet. Obwohl der Stift normalgroß ist und die übliche bauchige Form für eine Batterie hat, finden sich zusätzlich zwei Knöpfe an den Seiten, denen Doppelklicks bzw. verschiedene Mausklicks zugewiesen werden können. Neben der reinen Plastik als Material gibt es jedoch noch den weiteren Nachteil des Batteriefachs, das für den Erstanwender nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist. Daher ist es in den meisten Fällen notwendig, die Anleitung zur Hand zu nehmen, um das Batteriefach zu finden.
Leider weiß man im ersten Moment nicht, wie das Grafiktablett mit einem normalen Monitor im Format 4:3 klarkommen soll. Es wird zwar die gesamte Zeichenfläche auf dem Monitor wiedergegeben und es kommt beim normalen Zeichnen oder Schreiben auch nicht zu Verzerrungen, jedoch stellt sich das Skizzen-Abzeichnen als Problem dar. Wie bei jedem guten Grafiktablett, kann man auch bei diesem die auf der Zeichenfläche befindliche Folie abziehen, um Skizzen darunter zu platzieren. Diese können dann mit dem Stift nachgezeichnet werden und entstehen gleichzeitig im gewählten Grafikprogramm. Dank der 1024 Druckempfindlichkeitsstufen lässt sich zusätzlich die optimale Strichdicke einstellen. Leider sieht man beim Skizzen-Abzeichnen deutliche Verzerrungen, die sich darin äußern, dass die Zeichnung auf dem Monitor in der Länge höher ist als im Original. Da es sich beim „Sicht-Zeichnen“ jedoch nicht so verhält, ist dieser unumgängliche Zustand aber durchaus zu verkraften.

Beim MD 85637 ist sogar dafür gesorgt, dass die Batterien des Stiftes geschont werden, denn er schaltet sich automatisch nach etwa 5 Minuten ab, wenn man ihn für längere Zeit nicht benutzt. Er kann jedoch bereits nach einem kurzen Andruck wieder aktiviert und somit genutzt werden.
Insgesamt lässt sich also sagen, dass das Grafiktablett gleichwertige Vor-, aber auch Nachteile hat. Für das einfache Zeichnen und Schreiben ist es sehr gut geeignet, für das Abzeichnen von Skizzen eher weniger. Wer jedoch kein eigenes Grafikprogramm besitzt, wird sich dafür über das auf der zweiten CD mitgelieferte vollwertige Bildbearbeitungsprogramm „Ulead PhotoImpact 12 SE“ freuen. Die Treiberinstallation ist sehr einfach, jedoch fehlt eine Hilfe-Funktion, die für einen Erstanwender sehr wichtig sein dürfte. Für einen Anfänger ist es also ein längerer Prozess, sich in das Grafiktablett einzuarbeiten. Danach kann sich der geübte Anwender jedoch über viele verschiedene Einstellungsmöglichkeiten freuen und seiner Kreativität freien Lauf lassen. Etwaige Schwierigkeiten resultieren zwar aus dem geringen Preis des Tabletts, jedoch dürften diese für einen Neueinsteiger oder Gelegenheitsmaler kein Problem sein.
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