Vor einigen Tagen hatten wir das Hanvon Rollick 0504 etwas näher angeschaut – nun kommt der größere Vertreter aus dem Hause Hanvon an die Reihe: der Art Master 1209. Bis vor kurzer Zeit gab es nur eine Antwort auf die Frage welches Grafiktablett für den professionellen Gebrauch in Frage kommt: ein Wacom. Nach dem Wegfall wichtiger Patente, stellen mittlerweile immer mehr Firmen neue Grafiktabletts her und beleben den Markt durch Konkurrenz. Die Produkte der Art Master Serie sind mit denen der Wacom Intuos Serie zu vergleichen – preislich siedeln sich Tabletts von Hanvon jedoch deutlich unter denen von Wacom an.
Für rund 230€ erhält man bereits ein hochwertiges Grafiktablett mit einer großzügigen Arbeitsfläche von 30,4 x 22,8cm. An beiden Seiten befinden sich je 4 Express-Keys (wovon sich 3 konfigurieren lassen) und ein Touch-Strip zum Zoomen in Grafikprogrammen. Durch die beidseitige Anordnung ist das Tablett sowohl für Rechts- als auch für Linkshänder geeignet. Die Oberfläche ist spiegelnd und dunkelgrau gestaltet. Negativ fällt hierbei, wie bei spiegelnden Oberflächen üblich, auf, dass man sofort Fingerabdrücke und Staub sieht. Die glänzende Oberfläche blendet teilweise im Sonnenlicht.
Im Lieferumfang enthalten sind 2 verschiedene Stifte. Ein kleinerer, runder, vergleichbar mit einem verkürzten Stift der Intuos Serie und ein größerer, eckiger Stift. Beide Stifte sind vernünftig verarbeitet und an den Auflageflächen gummiert. Die Form, Größe und das Gewicht der Stifte ist für jemanden der Wacom Grafiktabletts gewohnt ist, gewöhnungsbedürftig. Die Stifte des Art Master sind um einiges leichter und haben einen verlagerten Schwerpunkt als die Intuos Stifte. Die Stifte sind komfortabel; selbst nach Stunden des Zeichnens hat man keinerlei Druckstellen.
Unten: 2 Art Master 1209 Stifte (Vodergrund); ein Wacom Intuos3 Stift (Hintergrund)

Die Arbeitsfläche des Tabletts fühlt sich beim Zeichnen / Schreiben sehr angenehm an und wirkt keineswegs billig.
Der Lieferumfang ist, wie bei Hanvon üblich, sehr umfangreich. Neben den bereits erwähnten 2 verschiedenen Stiften wird ein Stifthalter (mit integriertem Spitzenspender – siehe Bild) mitgeliefert. Die mitgelieferte Treibersoftware lässt leider nur eine dürftige Konfiguration zu. Zusätzlich zu einer 30-Tage-Testversion von Corel Paint Shop Pro Photo X2, wird die selbe Hanvon-Software wie beim Rollick mitgeliefert (PenWrite, PenSign, PenMail, PenMark, WhiteBoard – Einzelheiten im Hanvon Rollick Test).

Unter dem Strich ist das Hanvon Art Master 1209 eine echte Alternative zu den Wacom Intuos Modellen. Besonders das Preis-/Leistungsverhältnis fällt außerordentlich gut aus. Im professionellen Gebrauch steht das Hanvon keinem seiner Konkurrenten nach – nur das Design mit der spiegelnden Oberfläche wird nicht jeder Manns Fall sein. Schwachpunkte beim Art Master sind die mangelnden Einstellmöglichkeiten der Treibersoftware und die etwas “nervösen” Touch-Strips an der Seite des Tabletts. Für einen Preis von rund 230€ beim deutschen Hanvon-Distributor (265€ Amazon-Preis), ist das Hanvon Art Master 1209 ein echter “no-brainer”.
Spezifikationen:
Arbeitsfläche: 304,8 x 228,6 mm
Auflösung: 5080 lpi
Genauigkeit: +/- 0,1 mm
Datenübertragung: 220 Punkte/Sekunde
Druckstufen: 1024
Neigungswinkel: +/- 60°
Grafiktablett Größe: 476 x 363 x 15 mm
Gewicht: 1,9 kg
Max. Erkennungshöhe Stift: 7 mm
Stiftgröße: 11,2 x 158,5 mm
Anschluss: USB
Getestet wurde das Tablett unter Windows7.




