Nach dem Wegfall eines der wichtigsten Patente für Wacom (batterielose Stifte für Grafiktabletts), drängen jetzt immer mehr Hersteller mit neuen Produkten auf den Grafiktablett-Markt. Einer von ihnen ist Hanvon, eine chinesische Firma die sich auf die Herstellung von Grafiktabletts (u.a. Pen-Display-Tabletts), eBookreader sowie Gesichts- und Texterkennungstechnik spezialisiert hat.
Heute auf dem Tisch haben wir das Hanvon Rollick 0504 zum Testen.
Das kleinste und günstigste Grafiktablett von Hanvon ist mit 127mm x 102mm großen Arbeitsfläche offensichtlich für Hobbygrafiker gedacht. Die maximale Erkennungshöhe für den Stift beträgt dabei 7mm.
Beim Auspacken fällt sofort das schlichte, jedoch edle Design des Tabletts auf. Schwarzer Klavierlack veredelt die Oberfläche. Leider sieht man auf dem Klavierlack nach kurzer Zeit Staub und Fingerspuren. Die Arbeitsoberfläche fühlt sich dabei angenehm glatt an. Das Tablett besitzt in der kleinen Ausführung keine Buttons / Tasten; Strom bezieht das Gerät mittels USB-Kabel. Der Stift des Tabletts ist in meinen Augen der größte Nachteil des Tabletts. Wacom verwöhnte Benutzer werden den Stift vergleichsweise klein empfinden – die Wacom Stifte sind knapp 4cm größer und etwas dicker als der des Rollicks. Das Handhabungsgefühl des Stiftes erscheint auf den ersten Blick billig – die Oberfläche aus Plastik fühlt sich zerbrechlich und glatt an. Es gibt kleine Unebenheiten und Kanten in der Mitte des Stiftes; der Plastikschalter am Stift fühlt sich instabil an, ist aber von der Positionierung her sehr gut zu erreichen. Für Benutzer die das Tablett für mehr verwenden als für das Bearbeiten von Urlaubsfotos oder hinzufügen von handschriftlichen Notizen, wird sich nach einiger Zeit die Hand bemerkbar machen. Auf Dauer ist der Stift vom Material her zu unbequem.
In der Praxis mit Photoshop CS3 zeigt das Rollick seine Leistung. Skizzen und kleinere Bilder gehen leicht von Hand, der Erkennungswinkel des Stiftes und die anpassbare Druckintensität fühlen sich wirklich gut an und das Arbeiten mit dem Tablett macht wirklich Spaß. In dieser Hinsicht sind Wacom Bamboo und Bamboo Fun vergleichbar.
Im Lieferumfang enthalten sind, neben 5 Ersatzminen, auch ein Stifthalter. Neben Treiber für Windows sowie Mac gibt es eine 30-tägige Testversion von Corel Paint Shop Pro Photo X2. Hanvon liefert jedes Tablett mit einem hauseigenen Softwarepaket aus. Enthalten sind:
PenWrite: Handschrifterkennung für MS Word, Excel, Powerpoint sowie weitere Texteditoren.
PenSign: realistische Unterschriften für Office-Dokumente erstellen.
PenMail: Handschrifterkennung für Outlook sowie Windows Mail.
PenMark: Objekte auf dem Bildschirm können markiert bzw. editiert werden; Kommentare, Markierungen und Anmerkungen werden dabei gespeichert.
WhiteBoard: Benutzer können über einen Projektor auf dem Monitor schreiben, Objekte bearbeiten und zeichnen. Sehr nützlich für Demonstrationen sowie Präsentationen.
Spezifikationen:
Größe: 216mm x 222mm x 11mm
Arbeitsfläche: 127mm x 102 mm (5×4 inch)
Druckstufen: 1024
Genauigkeit: +-0,1mm
Auflösung: 4000lpi
Maximale Stifterkennungshöhe: 7mm
Maximaler Erkennungswinkel: +-60°
Stiftgröße: 11 x 134, 7mm
USB-Kabellänge: 2m
Datenrate: 200p/s
Getestet wurde das Tablett unter Windows7.
Fazit:
Das Rollick 0504 befindet sich bei der Leistung gleichauf mit den Konkurrenten von Wacom. Einzig der Stift stellt eine Schwäche durch das verwendete Material dar. Das Tablett ist durchweg sehr gut verarbeitet und kann sich sehen lassen. Für Nachwuchsgrafiker mit beschränkten finanziellen Mitteln ist das Hanvon Rollick 0504 genauso empfehlenswert wie für Benutzer die häufig handschriftliche Notizen in digitale Form bringen möchten.
Vielen Dank an dieser Stelle an die Papyrus GmbH die uns das Testobjekt zur Verfügung gestellt hat. Dort gibt es das Hanvon Rollick 0504 zum Preis von nur 47,01€ (Amazon Preis 61,90€)




