Das Wacom Bamboo Fun Pen and Touch ist ein kabelloses Grafiktablett aus dem Hause Wacom, das mittlerweile schon für Ikea-Expresskassen genutzt wird. Es besitzt eine Multitouchtechnologie und einen batterie- und kabellosen Stift, dessen Technologie, wie bei allen Wacom Grafiktabletts, patentiert ist. Neben Stift und Grafiktablett befinden sich in der Verpackung auch noch Stiftspitzen und ein ringförmiges Werkzeug, um diese Spitzen zu wechseln. Obwohl das Gerät schon zur höheren Klasse der Grafiktabletts gehört und die meisten Nutzer wahrscheinlich schon entsprechende Kenntnis und Übung erlangt haben, bietet die Software neben der Installation des Bamboos, einem Benutzerhandbuch oder den neuesten Infos auch ein Lernprogramm für diejenigen, die sich mit Grafiktabletts noch etwas schwer tun.
Das Lernprogramm überzeugt durch seine einfache Handhabung und die Fähigkeit, das notwendige Wissen zu vermitteln. So zeigt es beispielsweise dem Nutzer, wie er mit dem Stift navigieren oder die Fingergesten nutzen kann. Tippt man mit zwei Fingern in geringem Abstand zueinander auf eine Datei oder einen Ordner, führt das Grafiktablett automatisch einen Rechtsklick aus. Scrollen kann man, indem man mit zwei Fingern eine Wischbewegung nach unten oder nach oben ausführt. Die Scrollfunktion wird noch kurze Zeit und in ihrer Geschwindigkeit abgeschwächt durchgeführt, wenn man die Finger nach der Geste leicht vom Tablett hebt. Während man mit einem Finger ganz simpel den Mauszeiger bewegt oder einen Linksklick durchführt, kann man in Photoshop CS3 (in CS4 jedoch nicht) sogar ein Bild drehen oder mit zwei sich voneinander entfernenden Fingern in ein Bild hineinzoomen. Man kann sogar mit der Touch-Funktion in Photoshop wie mit Fingerfarben malen, indem man eine der Tasten mit der Funktion „Klicken“ belegt und gleichzeitig den Knopf am Bamboo drückt, so dass man beide Hände am Gerät hat. Weitere Fingergesten werden dem Nutzer leicht verständlich im Lernprogramm vorgeführt.
Das Grafiktablett wirkt flacher als sein Vorgänger. In der M-Version besitzt die aktive Fläche eine Größe von 217 x 137 mm und eine Touch-Fläche mit einer Größe von 190 x 130 mm. Auf einer Seite des Grafiktabletts befinden sich vier frei belegbare Express-Keys, von denen der obere standardmäßig dazu da ist, um die Touch-Funktion auszuschalten, da die Fläche so empfindlich ist, dass schon ein Blatt Papier genügt, damit sie reagiert. Im Dienstprogramm lassen sich für diese Keys aber auch andere Befehlszuweisungen wie Rechtsklick, „Zurück“ oder auch „Desktop anzeigen“ vornehmen. Natürlich können die Express-Keys für Linkshänder auch nach rechts gedreht werden. Durch die Statusleuchte am Grafiktablett weiß der Nutzer immer, ob derzeit der Stift oder aber die Touch-Oberfläche aktiviert ist. Dies gibt sie in vier Helligkeiten und zwei Farben an, so dass ein Verzweifeln vor dem Rechner ausgeschlossen ist.
Auch der Stift hat sich in der neuen Version verändert. Er ist schwerer und weist Kanten auf, so dass er nicht mehr wegrollen kann. Er ist mit seinen 133 Punkten pro Sekunde und 2.540 dpi gut für zeichnerische Ambitionen geeignet und übertrumpft die Touch-Funktion hinsichtlich Präzision und Geschwindigkeit ganz eindeutig, auch wenn der Bedienkomfort per Touch in anderen Anwendungen besser ist. In den Systemeinstellungen lassen sich auch für den Stift verschiedene Einstellungen vornehmen. Man kann sowohl die Empfindlichkeit der Spitze als auch die des Radierers einstellen oder wie die beiden Knöpfe belegt werden sollen, die sich am Stift befinden. Auch lassen sich Zeigergeschwindigkeit oder –beschleunigung einstellen. Die Touch-Funktion ist automatisch ausgeschaltet, wenn man sich der Fläche mit der Stiftspitze nähert. Die Statusleuchte leuchtet dann in einem warmen Rot. Somit muss man den Stift nicht mehr, wie bei vielen anderen Grafiktabletts, umständlich zur Seite legen, um die Maus benutzen zu können. Neben dem Aussehen und den Einstellungen ist das pixelgenaue Bewegen des Cursors ein weiterer Pluspunkt, so dass sich auch kleinere Photoshop-Arbeiten präzise erledigen lassen. Leider sind die Wacom-Stifte untereinander nicht kompatibel, was jedoch nicht gegen eine möglichen Kauf sprechen sollte. Wer sich jedoch nur für den Stift interessiert, sollte lieber zu einem Wacom-Tablett ohne Touch-Bedienung greifen.
Wie sich das Bamboo Fun Pen and Touch von den anderen Modellen der Bamboo-Reihe unterscheidet, kann man auf dieser Grafiktablett Vergleich-Seite finden.
Das Bamboo kann ohne Akkus genutzt werden und bietet neben einer größeren Touch-Oberfläche mehr Gesten als seine Vorgänger. Noch dazu nimmt die kleinere Variante weniger Platz auf dem Schreibtisch ein. Wer an einem Kauf interessiert ist, sollte diesen jedoch im Internet und nicht im Laden durchführen, da der potentielle Nutzer mit enormen Preisunterschieden rechnen muss.
Bei Amazon kostet das Bamboo Fun Pen and Touch (Medium) 169,50€.