Nächster Kandidat in unserem Testlabor ist das Media Tablet 14000U aus dem Hause Aiptek. “Aiptek? Hm…” - ja, da war doch was. Aiptek hatte früher den Ruf eines Billigproduzenten aus China inne - zumindest das was Camcorder anging. Das Design des Testobjekten haut einen auf jeden Fall schon einmal nicht vom Hocker. Ein großes, hellgraues Brett (30×18cm Arbeitsfläche, ca. 1,5cm Höhe) mit einer Menge an Knöpfen dran und einem futuristisch, aber unbequem erscheinenden Stift.


Im Lieferumfang sind neben dem eigentlichen Grafiktablett der Stift, inklusive Batterie, 2 Ersatzspitzen, eine Pinzette zum Stiftspitzen wechseln, einen Stifthalter und ein Handbuch. Zusätzlich liegt eine Vollversion von Adobe Photoshop Elements 5 der Packung bei.
Die Arbeitsfläche des Media Tablets ist mit 30×18cm natürlich sehr beeindruckend. Zusätzlich sind auf dem Tablett 34 frei konfigurierbare Makrotasten angeordnet, auf die man sich spezielle Befehle und Tastenkombinationen legen kann. An den beiden oberen Enden des Tabletts sind zwei Drehregler zu finden, die das Heran- und Herauszoomen auch für Rechts- sowie Linkshänder ermöglichen. Zusätzlich befindet sich in der Mitte eine kleine Menüleiste mit einer Lautstärkeregulierung und Navigation (hoch, runter, links, rechts).
Das Aiptek Slim Tablet 14000U kommt mit einer Auflösung von 4000 Lpi und einem Stift mit 1024 Druckstufen daher. Die Erkennungshöhe des Stiftes liegt bei ungefähr 10mm; die Genauigkeit beträgt ungefähr 0,42mm. Die technischen Features hören sich schon mal vielversprechend. Wie schlägt sich das Aiptek aber im Praxistest?
Der Stift liegt trotz seiner großen Länge gut in der Hand. Trotzdem muss man sich vor Allem an die Batterien im Stift gewöhnen, die den Schwerpunkt des Stiftes verlagern und sehr ungewohnt erscheinen lassen. Nach einer kurzen Einarbeitungsphase, merkt man dieses Merkmal allerdings nicht mehr. Das Tablett erkennt den Stift schnell und relativ genau; nach kurzer Eingewöhnungsphase lassen sich zitterfreie Kreise problemlos zeichnen. Das Slim Tablet 14000U stößt aber bei schnellen Zeichenbewegungen schnell an seine Grenzen und kommt mit der Geschwindigkeit nicht mehr hinterher. Zusätzlich muss man vergleichsweise Fest auf die Oberfläche drücken, damit der Stift eine durchgehende Linie erzeugt. Ein großes Manko ist, wie bei fast allen Grafiktabletts, die Anordnung der Tasten auf dem Stift. Ohne Krämpfe und Verrenkungen ist es nur sehr schwer die Tasten während des Zeichnens zu erreichen. Diese beiden Punkte bremsen den Workflow (Arbeitsfluss) erheblich.

Die mitgelieferten Treiber für das Grafiktablett haben nur teilweise Funktioniert. Bei Windows XP gab es einen Installationsfehler, bei Vista 32-bit lief alles Problemlos und bei Windows 7 32-bit wurde das Tablett gar nicht erst erkannt. Dafür liefen nach der Installation des Treibers von der Herstellerseite alle Systeme stabil. Lediglich bei Windows 7 machte das Zoom-Rad Probleme und zoomte willkürlich herein und wieder hinaus.
Wer sich ausgiebig mit Grafikdesign beschäftigt, wird mit dem Aiptek Slim Media Tablet 14000U auf Dauer nicht glücklich werden. Fortgeschrittene Benutzer werden durch die oben angesprochenen Punkte leider ausgebremst und dürften relativ schnell frustriert werden. Für den Hobby-Grafiker oder Fotograf der seine Fotos retouchieren möchte, ist das Tablett für knapp 100 Euro eine gute Wahl. Besonders Benutzer die sich flächentechnisch nicht einschränken möchten, werden mit der großen Arbeitsfläche glücklich werden. Zu einem günstigeren Preis gibt es kein vergleichbares Tablett mit einer so enormen Arbeitsfläche.
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